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Die Legende des Kastanienbaums der hundert Pferde PDF Drucken E-Mail

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Der Kastanienbaum der hundert Pferde (italienisch: Castagno dei cento Cavalli) ist ein jahrtausendealter Kastanienbaum am Osthang des Vulkans Ätna in der Nähe der Stadt Sant'Alfio in der Provinz Catania in der Region Sizilien in Italien. Die Edelkastanie (Castanea sativa) befindet sich im Wald von Carpineto im Schutzgebiet des Parco dell'Etna. Verschiedene Botaniker haben das Lebensalter des Baumes auf 2000 bis 4000 Jahre geschätzt. Er wird vielfach als der größte und älteste Baum Europas angesehen.

Die erste gesicherte Erwähnung des Kastanienbaums der hundert Pferde findet sich im Jahr 1636 bei Don Pietro Carrera. In seinem Werk Il Mongibello schreibt er von einem „Baum mit imposantem Stamm, groß genug um dreißig Pferde in seinem Inneren zu beherbergen". Am 21. August 1745 stellte das Tribunale dell'Ordine del Real Patrimonio di Sicilia den Baum und den benachbarten Kastanienbaum des Schiffes unter Schutz. In Anbetracht der Zeit (Mitte des 18. Jahrhunderts) stellt dies einen der ersten Naturschutzakte überhaupt dar.

Der Naturforscher Giuseppe Recupero hat in seinem Hauptwerk Storia naturale e generale dell'Etna den Baum detailliert beschrieben und versuchte, Beweise für die Einheit des Baumes zu finden, da man vermutete, dass der Baum in Wirklichkeit aus mehreren einzelnen Bäumen bestünde. Er berichtete auch von einer Hütte im Inneren des Baumes, die er allerdings bei seinem letzten Besuch im Jahre 1766 verfallen vorfand.Darüber hinaus hat auch der Universalgelehrte Alberto Fortis den Kastanienbaum untersukata-castagno.jpg cht. Auch er beschrieb ihn 1780 in Della coltura del castagno als verfallen.Der Baum wurde von vielen Reisenden der Grand Tour gezeichnet, unter ihnen Jean Houël, der ihn in seinem Hauptwerk Voyage pittoresque de la Sicile, de Malta e Lipari im Jahr 1787 beschrieb und malte. Auf seinem Gemälde ist auch die von Recupero erwähnte Hütte zu sehen.1923 überstand der Baum ein Feuer, das den Hauptstamm beschädigte. Gerüchte sprechen von einem Racheakt einiger Einwohner von Giarre, nachdem Sant'Alfio, bis dahin ein Ortsteil von Giarre, die Unabhängigkeit erlangt hatte.

Der Kastanienbaum war vormals im Besitz einheimischer adeliger Familien, die ihn als Veranstaltungsort für Festbankette für ihre Gäste benutzten. 1965 wurden die Besitzer des Baumes enteignet und dieser zum Nationalmonument erklärt. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts haben ortsansässige Behörden eine Reihe von Untersuchungen eingeleitet, die den Schutz und Erhalt des Baumes zum Ziel hatten.

Die Legende erzählt von einer Königin, die mitsamt hundert Reitern und Pferden während einer Treibjagd von einem Gewitter überrascht wurde und mit ihrem zahlreichen Gefolge unter den Zweigen Unterschlupf fand. Das Gewitter dauerte bis zum Abend an, und so verbrachte die Königin die Nacht unter den Blättern des Baumes in Gesellschaft von einem oder mehreren ihrer Liebhaber unter den Reitern ihres Gefolges. Es ist unklar, welche Königin dabei gemeint sein könnte, vielfach wird Johanna von Aragón genannt, anderen zufolge soll es sich dabei um Johanna I. von Anjou oder auch um Johanna II. von Anjou handeln, die für ihre amourösen Ausschweifungen bekannt war. Höchstwahrscheinlich entspringt die Legende aber der Volksphantasie. Zumindest die beiden erstgenannten sind wahrscheinlich niemals in Sizilien gewesen. 

 


 
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